Montag, 15. Februar 2010

Carneval in Quito...nass wars!

Fasching... ja der war dieses Jahr auch ein bisschen anders. Verkleiden, schminken, zum Tanzen gehen - all das ist ausgefallen, stattdessen wars nass.
In Ecuador ist es zum Carneval Brauch sich gegenseitig nass zu spritzen. Dabei ist es absolut egal wer, wem und wo einen Kübel Wasser über den Kopf kippt. Alles ist erlaubt. Wasserbomben kamen aus dem nichts geflogen, Wasser wurde aus dem Fenster auf ahnungslose Passanten gegossen und Autos sind an dir vorbeigefahren, deren Insassen mit Wasserpistolen bewaffnet waren. Also eine einwöchige Riesenwasserschlacht! Und ehrlich gesagt, haben die Verena und ich das erste Mal wirklich bereut nicht ecuadorianisch auszusehen, denn wir waren dadurch der Magnet schlechthin und wirklich jeden Tag mindestens einmal nass.
Der Höhepunkt meines Carnevals war die Feier mit der JTC (Arbeiterjugend)auf dem wir erst gross miteinander gegrillt haben und uns danach in einen kleinen Wasserkrieg gestürtzt haben (aber natürlich nur mit Regenwasser zugunsten der Umwelt). Dabei gab es gerade für mich keine Gnade und ich wurde nicht nur das Opfer von Wasser, sondern auch von Eiern und Mehl...quasi ein Kuchen auf meinem Kopf! Wirklich ekelige Bräuche gibt es hier, aber es war ein riesen Spass mit viel gekreische =)
Leider hat mir aber das ständige nass sein nicht so gut getan und ich lag dann erst mal ein paar Tage krank im Bett, aber ich muss sagen, es hat sich auf jeden Fall gelohnt und wahnsinnig Spass gemacht!

Sonntag, 14. Februar 2010

Das zweite Halbjahr hat angefangen..

Hallo liebe Leute zuhause,

es hat sich viel getan im Süden von Quito seid ich das letzte mal geschrieben habe.Meine Eltern waren inzwischen für zwei Wochen zu Besuch und haben begeistert einen kleinen Teil Ecuadors kennen gelernt. Außerdem hat für mich die zweite Etappe meines Arbeitslebens angefangen, da ich in mein zweites Projekt gewechselt habe. Hier im Centro Leonidas Proaño konnte ich sofort voll in die Arbeit einsteigen, da ich die Abläufe und Arbeitsaufgaben schon vom ersten halben Jahr kannte. Ich bin sehr glücklich endlich jede Menge zu tun zu haben und meine Ideen und meine Kreativität voll einsetzten zu können.

Hier im Centro ist das Thema des Jahres „Ökologie“ und es gibt jede Menge Pläne dieses Thema im Süden von Quito zu behandeln. Am Freitag, den 12. Februar war zum Beispiel ein großes Musikfestival. Außerdem haben wir jeden letzten Freitag im Monat ein mobiles Kino mit Filmen zum Thema Umwelt. Es sind jedenfalls jede Menge Aktionen und Projekte für das kommende Jahr geplant und werden mich sicher bis Juli auf Trapp halten.

Besonders viel Spaß in meiner Arbeit hier im Centro macht mir die Arbeit mit Menschen, vor allem mit den Jugendlichen. Das Leben der Jugendlichen wirklich intensiv kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen, einen interkulturellen Austausch ermöglichen zu können, ist eines der Dinge, die mich hier wirklich täglich wachsen lassen. Eine Methode, der sich alle zwei Wochen treffenden Jugendgruppe hier im Centro, nennt sich „Revision de vida“. In dieser Methode erzählt einfach jeder in der Runde eine Situation aus der letzten Woche, die ihn sehr beschäftigt hat bzw. zum Nachdenken angeregt hat und seine Gedanken dazu. Ich finde diese Methode super interessant , einerseits um sich einfach mal die Zeit zu nehmen, sich mit seinem Leben auseinander zu setzen und sich Gedanken über die letzte Woche zu machen, aber auch intensiv am Leben der Anderen teilzuhaben und zuzuhören, welche Gedanken sich die anderen in meinem Alter so machen.

Was mir außerdem viel Spaß macht und wo ich sehr viel über Methoden lernen kann, sind kleine thematische Angebote für Klassen, zum Beispiel zum Thema Gruppenzusammenhalt, die Elena, eine Sozialarbeiterin im Centro, leitet. Der Computerkurs für die Mitarbeiter, den ich ins Leben gerufen habe, ist ein voller Erfolg und verlangt mir zwar immer ein bisschen mehr Geduld ab, ist aber auch ein wirklich schöner Bereich meiner Arbeit hier. So hat zum Beispiel die Elsa sehr grosse Schwierigkeiten zu verstehen, dass die Maus Kontakt mit dem Tisch braucht um zu funktionieren und der Pfeil auf dem Bildschirm sich nicht nach oben bewegt, wenn man die Maus hochhebt. Aber das kriegen wir auch noch hin - reine Übungssache =) Auch auf die Englischkurse für Kinder und Jugendliche, die jetzt dann starten, freue ich mich schon sehr und hoffe, dass ich die Sprache gut vermitteln kann. Ich habe jedenfalls schon jede Menge Ideen.

Neben der Arbeit mit Menschen, habe ich natürlich auch Arbeit am Computer zu erledigen, wie zum Beispiel die tägliche Eingabe der verbrauchten Lebensmittel in der Küche. Diese „trockenen“ Arbeitsaufgaben machen mir zwar nicht ganz so viel Spaß, müssen aber nun mal auch erledigt werden und geben mir auch Einblick in das Centro als Betrieb. Ausserdem habe ich einen wunderbaren Nebenjob als Babysitterin bekommen, da unsere Sekräterin das zweite Mal Mama geworden ist. Es können sich sicher alle denken, dass ich es in vollen Zügen geniesse auf den kleinen Ludovico aufzupassen.

Ich bin also schon voll in meinen neuen Aufgaben drinnen und freue mich sehr auf die nächste Zeit.




Freitag, 12. Februar 2010

Festival de Musica - Quito´s Süden rockt

Diesen Freitag Vormittag, den 12. Februar haben wir, das Centro Leonidas Proaño, ein großes Musikfestival mit Gruppen und Zuschauern der ansässigen Schulen veranstaltet, das mit um die 2000 Besucher, ein voller Erfolg war! Zu hören gab es lateinamerikanischen Salsa, allseitsbekannte Liebeslieder, traditionelle ecuadorianische Musik und auch ein paar kleine, aber feine Rock Klassiker. Auch die Tanzeinlagen von hüftschwingenden Chicos mit Rosen zwischen den Zähnen und traditionell gekleideten Indiginamädchen waren ein echter Hit.
Unser Anliegen dieses Festivals war es die Jugendlichen dazu aufzurufen etwas gegen die Umweltverschmutzung in Ecuador zu tun und sparsam mit Wasser umzugehen. Desshalb stand es auch unter dem Motto „Vocacion y Ecologia un llamado a la vida!“ was so viel bedeutet wie „Berufung und Ökologie ein Aufruf an das Leben!“. Durch Kundgebungen von Fakten über Umwelt und globale Erwärmung zwischen den einzelnen Auftritten haben wir denke ich einige der Schüler erreicht. Und doch war es unsere Aufgabe danach, all den Müll auf dem Gelände einzusammeln. Ich glaube, dass es schwer ist diese Mentalität, Müll einfach da fallen zu lassen wo man gerade steht, zu verändern. Als ich einen Jungen, der sein Eispapier einfach auf den Boden fallen gelassen hat, darauf aufmerksam gemacht habe, hat er nur zu mir gesagt: "Aber wir haben doch so viel schöne Natur hier in Ecuador...Das macht doch dem Regenwald nichts aus, wenn ich jetzt hier meinen Müll wegwerfe...". Ich glaube es ist ein sehr langer Weg, dieses Denken zu ändern, aber sehr sehr wichtig, das damit begonnen wird!
Für mich war das ein tolles Ereigniss, wo ich wieder einiges lernen konnte. Da viele meiner Freunde als freiwillige Helfer mitdabei waren und alle sich super verstanden haben, war die Atmosphäre einfach einmalig. Es hat einfach nur sehr sehr viel Spass gemacht ein Teil dieses Teams zu gewesen zu sein und so etwas mit auf die Beine gestellt zu haben!