Sonntag, 27. Dezember 2009

Weihnachten...ohne Christbaum, aber mit Sonnenbrand

Hallo zuhause, ich hoffe ihr habt alle Weihnachten und die Feiertage gut überstanden und seid auch gut ins neue Jahr gerutscht.

Meine Vorweihnachtszeit hatte leider wenig Weihnachtszauber, weil es jeden Tag 25 Grad hattte und dass einfach nicht Weihnachten ist. Na ja, die Hoffnug aufgegeben haben wir drei Deutschen nicht, es wurde das Centro weihnachtlich dekoriert, Vanillekipferl gebacken und natürlich kitschige Weihnachtsmusik gehört.Zwar standen bereits ab Anfang Dezember lila-pink-blau-blinkende Plastikbäume in den Häusern, was wie alles hier an Weihnachten auf den nordamerikanischen Brauchtum zurückzuführen ist, aber mit der Weihnachtsstimmung hat es irgendwie trotzdem nicht so geklappt. Auch die "Weihnachtsfeier" mit den Mitarbeitern, für die wir alle in eine Freizeitanlage mit Palmen, Schwimmbad und Spartanlage gefahren sind war nicht gerade besinnlich. Und der Grossteil der Mitarbeiter und ich eingeschlossen hatte am nächsten Tag Sonnenbrand, mehr brauch ich also nicht dazu zu schreiben.

Trotz allem: Mein Weihnachten war sehr schön, aber hat sich einfach irgendwie nicht wie Weihnachten angefühlt. Am 24. Dezember haben wir alle im Centro erst mal bis um 5 Uhr gearbeitet, weil wir ein großes Weihnachtsbuffet für 130 Personen der Nachbarfirma hatten. Das hieß sehr viel abwaschen, weil eine Spülmaschiene haben wir leider nicht. Also waren wir alle schon etwas müde und erschöpft. Das hat aber allen anderen nicht so viel ausgemacht, weil hier in Ecuador Weihnachten eigendlich erst am 25. Dezember gefeiert wird. Nur wir (Maria und ich) haben den Tisch schön gedeckt, die Geschenke aufgestellt, den Adventskranz angezündet und Weihnachtsmusik angemacht. Die Reste vom Buffet waren auch schnell wieder aufgewärmt und sehr lecker – Truthahn mit einer Weihnachtssoße, Trauben-Ananas-Nuss-Salat, Kartoffeln, Weihnachtsreis und Krabben. Natürlich hab ich wie jedes Jahr zu Weihnachten viel zu viel gegessen, aber für die geschickten Plätzchen von meiner Oma war bei uns allen noch genug Platz und auch den beiden Ecuadoriandern, José und Marco, hat dieser Weihnachtsbrauch besonders gefallen. Der José hat dann noch die Weihnachtsgeschichte vorgelesen – natürlich dieses Jahr in Spanisch – und dann kam unsere kleine aber feine Beschehrung...ich habe eine schöne Kette von meinen beiden Mädels bekommen. Da die Christmette erst um 12 Uhr in der Nacht war hatten wir danach noch jede Menge Zeit, die wir dann durch Kartenspielen rumgekriegt haben.

Es war sehr schön, aber es hat einfach so viel gefehlt, was für mich einfach zu Weihnachten dazu gehört... sagn mas so, i gfrei mi auf nächsts Jahr Weihnachten =)


Mittwoch, 9. Dezember 2009

Spaziergang durch meine Nachbarschaft

Ich hab am Wochenende einen Spaziergang gemacht und ein paar Fotos für euch geschossen..

Blauer Himmel..


Auf jedem Dach wird Wäsche getrocknet


Der Innenhof kurz nach der Autowäsche



Eine Borte von Glasscherben als Einbrecherschutz auf der Mauer



Die Mauer von meinem Zuhause



Eine kleine Nebenstraße


Stromnetze - ein einziges Caos



Für Lisa - Danke



Samstag, 5. Dezember 2009

Bombenstimmung im Stadion

Ein super Erlebnis war das Saisonendspiel zweier Fussballvereine im Quitoer Estadio Olympico, bei dem es um den Meistertitel ging. Dazu wurden wir drei deutschen Mädls von drei guten ecuadorianischen Freunden eingeladen. Karten hatten wir zwar bis kurz vor Spielbeginn keine, doch glücklicherweise kannte Eduardo den Kassierer und so konnten wir doch noch ohne jegliche Sicherheitskontrollen und ohne zu zahlen ins ausverkaufte Stadion. Mit Kontakten geht hier in Ecuador eben alles =). Im Stadion herrschte ausgelassene Stimmung und als in den letzten zehn Minuten noch fünf Tore fielen und Deportivo Quito somit 3:2 gewann, war der Teufel los. Wie auch schon in manchen Phasen der Partie konnte man vor Rauchwolken kaum mehr das Spielfeld sehen. Da wurden Raketen in die Luft geschossen, Flaggen gehisst und Stacheldrahtzäune, trotz drei Meter tiefem Graben überklummen, sodass sich das Spielfeld mehr und mehr mit Zuschauern füllte und die Securities es mehr oder weniger aufgaben die Menschen auf ihre eigentlichen Plätzen zu halten. Man kann sich also vorstellen, dass die Sicherheitsverhältnisse in diesen Stadien nicht mit Deutschen zu vergleichen sind und Unfälle hier sicherlich öfter vorkommen als daheim.

Die anschliessende Meisterfeier am Theaterplatz in der Altstadt, die wir uns totz Sauwetter nicht entgehen ließen, war mit der des FC Bayerns am Marienplatz zu vergleichen. Da hat uns auch nicht gestört, dass wir durch und durch nass waren und haben mit Salsa und Canelasso ausgelassen mitgefeiert.


Freitag, 27. November 2009

Die Vulkanbesteigung

Hallo liebe Leser,

ich war auf dem Cotopaxi. Na ja, nicht ganz oben, aber immerhin auf 4800 Metern. Das ist ungefähr die Schneegrenze und der Standort der letzten Hütte vor dem Gipfel.
Der Cotopaxi ist mit 5.897 m der zweithöchste Berg Ecuadors und einer der höchsten aktiven Vulkane der Erde. Obwohl aktiv, ist er der am häufigsten bestiegene Berg des Landes.
Gewandert sind wir ab 4000 Metern. Und ja, die Luft ist da schon sehr dünn. Pflanzen gibt es keine mehr, nichtmal Gras, aber dafür viel Vulkangestein und rote Erde.
Das Wetter war beim Aufstieg leider nicht so schön und man hat auch den Gipfel nicht gesehen. Und der kalte Wind und der Schneeregen haben den Aufstieg nicht gerade einfacher gemacht, aber das Gefühl, als ich es geschafft hatte, die Beine schwer wie Blei, war so wunderbar und ich war einfach nur stolz. Die Aussicht auf die Hochebene war wunderschön und ich hab noch nie so warmen Tee genossen wie auf der Hütte, weil es einfach nur sooo kalt war. Der Abstieg war um einiges leichter, weil wir uns schon ein bisschen an die Höhenluft gewöhnt hatten und die Stimmung ausgelassen und fröhlich. Ich glaube, wir waren alle ein bisschen stolz, oben gewesen zu sein und glücklich, dieses Erlebniss zu teilen.
Als wir fast wieder an unserem Auto auf 4000 Metern angekommen waren hat dann auf einmal die Wolkendecke aufgemacht und die wunderschöne Schneespitzte kam vor blauem Himmel zum Vorschein. Das war einfach überwältigend. So haben wir uns beeilt und unsere Brotzeit in der Sonne mit einem atemberaubenden Ausblick genosse
n und 1000ende von Fotos geschossen.
Die schönsten könnt ihr wieder in Picasa bewundern:


Montag, 23. November 2009

Unfreiwilliges Stromsparen für alle

Zur Zeit wird es in allen Haushalten in Ecuador regelmässig dunkel. Das liegt daran, dass die ecuadorianische Regierung fast täglich zu verschiedenen Zeiten die Stromzufuhr für ungefähr 3-4 Stunden kappt. Der Grund dafür liegt in demm ausbleibenden Regen, der für diese Jahreszeit normalerweise typisch ist, stattdessen haben wir aber jeden Tag Sonne satt.
Da der Strom hier aber weitgehend aus Wasserkraft gewonnen wird, wirkt sich dieses Klima dementsprechend drastisch auf den Energiehaushalt aus.
Inzwischen ist es für uns aber schon ganz normal geworden, dass um ca. 19 Uhr das Licht ausgeht und die Kerzen zum Einsatz kommen. Kochen können wir aber trotzdem, da unser Herd mit Gas betrieben wird und eigentlich sind wir sogar ein bisschen dankbar für die romantische Stimmung im Kerzenlicht, weil dann auch wir mal die Chance haben ein bisschen in Weihnachtsstimmung zu kommen.

PS: Danke Doris, für die Kurbeltaschenlampe ;)

Dienstag, 17. November 2009

Süden und Norden von Quito

Mir hat letzte Woche jemand geschrieben, dass es man auf meinem Blog "ja echt nur gutes über Ecuador liest", aber wie ihr euch vielleicht denken könnt, ist hier nicht alles gut. Ecuador gehört hinsichtlich Lebenserwartung, Bildung und Lebensstandard zu den Schlusslichtern Südamerikas (Human Development Report).
Es ist wahr, dass mein Blog bis jetzt sehr positiv war, aber vielleicht habt ihr auch gemerkt, dass ich, seid ich im Süden von Quito wohne, nicht mehr so viele Einträge wie vorher geschrieben habe. Es gibt hier viele Dinge die ich gelernt habe und die mir bewusst geworden sind, die aber immer noch in einem Denkprozess und einfach in mir drinnen noch nicht fertig gedacht sind. Trotzdem möchte ich euch heute mal ein paar von meinen Gedanken schreiben.

Wie ihr wisst habe ich die ersten vier Wochen wohl behütet im Norden von Quito gewohnt, genauer gesagt in Cumbaya. Cumbaya ist, genau wie Tumbaco, ein Valley von Quito in dem hauptsächlich die wohlhabende Bevölkerungsschicht lebt. Dort ist der Unterschied zu Europa gar nicht so gross und man sieht auch viele "weisse" Menschen.
Dort haben die Familien schöne grosse Häuser mit einem Pool, grossen Autos, für jede Person der Familie eines. Gezahlt wird mit der Kreditkarte, die meistens über den Mann des Hauses abgerechnet wird. Die Universidad San Francisco in Cumbaya, ist eine der teuersten Universitäten in Ecuador und hat neben der Cafeteria einen eigenen i-Store. Ausserdem haben viele Familien ein Hausmädchen, für die Hausarbeit und die Kindererziehung.

Jetzt wohne ich im Süden von Quito, der sich in allem grundlegend unterscheidet, denn hier wohnt der ärmere Teil der Menschen. Fast alle Häuser sind nicht fertig gebaut, die Strassen sind in einem schlechteren Zustand, die Autos sind kleiner und älter, die Menschen sehen anders aus und die Geschäfte sind ecuatorianisch und nicht europäisch oder amerikanisch. Es gibt viele kleine Geschäfte, die einfach von allem ein bisschen was haben und für die Nachbarschaft der Supermarkt ist. In diese Geschäft kann man aber nicht reingehen, sondern es gibt eine kleine vergitterte Tür, durch die man sagt, was man will und es dann heraus gereicht bekommt. auch gibt es mehr Strassenstände, an denen einfache typisch ecuatorianische Gerichte angeboten werden. Alle Häuser sind von Mauern umgeben, die oben eine "Borte" von Glasscherben tragen.


Für mich ist es jetzt unter anderem schwierig mit meiner Gastfamilie Kontakt zu halten oder nach Cumbaya zu fahren, weil mich das einfach so unglaublich wütend macht - die Ignoranz und der verschwenderische Lebendsstil. Für die Menschen im Norden ist der Süden von Quito eine andere Stadt, den sie ignorieren und der einfach nicht zu ihnen gehört. Aber Fact ist einfach, dass in Ecuador 17,9 % der Menschen weniger als einem Dollar pro Tag zum Leben haben. Viele Kinder (fast die Hälfte aller Kinder im Land) müssen neben der Schule, wenn sie überhaupt in die Schule gehen, arbeiten. Es gibt zwar eine Schulplicht, die aber spärlich kontrolliert wird. Meistens verkaufen diese Kinder Zeitungen oder Süssigkeiten in den Bussen oder putzen Schuhe am Strassenrand. Aber soll man denn von diesen Kindern etwas kaufen? Oder unterstützt man damit nur die Kinderarbeit oder einen Hintermann, der den Kindern das Geld wieder abnimmt? Aber was, wenn das Kind arbeiten geht, um sich und seine Familie durchzubringen und das die einzige Möglichkeit ist? Ich befinde mich sehr oft in diesem Zwiespalt.

Aber es ist einfach die Menschen im Norden zu kritisieren und schlecht zu machen, aber wie ist es denn in Europa? Zuhause in München, in Unterschleissheim? Bei uns gibt es auch Armut und ich, wir schauen oft weg bzw. einfach nicht hin.
Selbst in Unterschleissheim unserer kleinen, "heilen" Stadt gibt es Freitags in St. Ulrich den Unterschleissheimer Tisch, an dem Menschen, denen das Geld für Lebensmittel fehlt, sich umsonst etwas holen können. Und es kommen immer Menschen und nicht wenige, die dort Hilfe suchen.
Ich musste erst nach Ecuador reisen um mir bewusst zu werden, was das eigentlich heisst, aber ich werde es nicht mehr vergessen.

Samstag, 24. Oktober 2009

Mein Zuhause, meine Familie, meine Arbeit, mein Leben

Hallo liebe weiterhin interessierten Leser,

jetzt hab ich also endlich mal wieder Zeit, etwas in meinen Blog zu schreiben. Das Problem ist nur, dass ich in den letzten vier Wochen so viel erlebt hab, dass ich gar nicht weiss wo ich eigendlich anfangen soll.

Mein Zuhause ist jetzt der Süden von Quito. Hier wohne ich im Centro de Formacion "Leonidas Proaño" (weitere Informationen), das ein Bildungszentrum für Jugendliche und Erwachsene ist und in dem ich ab Januar auch arbeiten werde. Das Centro besteht aus einem Haupthaus, indem die Küche bzw. der Speisesaal, ein Gruppenraum, das Büro und ein Computerraum ist und noch 6 kleinen Häuschen, in denen Schlafräume sind. In einem Häuschen haben wir Freiwilligen unsere Zimmer. Wir Freiwilligen, das sind die Verena, die Maria und ich.
Das Centro ist für mich ein Ort, den ich wirklich als zuhause bezeichnen kann und auf den ich mich abends nach der Arbeit immer freue.

Mein Zimmer

Das Cento ist schön hell und freundlich, man muss sich einfach wohlfühlen..


Die Wohnhäuschen im Centro.. im Linken wohne ich..


Meine Familie sind eingentlich alle, die hier im Centro arbeiten und wohnen. Natürlich die Maria und die Verena, der Marco, der hier kocht und auch ein bisschen Hausmeister ist, der Jose, der auch im Centro wohnt, der Pablo (Chef), die Elena und der Dario (Mitarbeiter) und die Damen, die in der Küche helfen.

Verena und Maria bei unserem gemeinsamen Abendessen in der Küche

Fotos folgen...

Meine Arbeit ist derzeit in der Pastoral Juvenil del Ecuador. Das ist die Pastorale Jugendarbeit auf Nationalebene. Hier arbeite ich zusammen mit der Gabi (meine Chefin) in der Conferencia Episcopal Ecuatoriana, zu der ich jeden morgen eine Stunde mit dem Bus fahre. Die Gabi plant alle Jugendbegegnungen bzw. -treffen die die Jungend im ganzen Land betreffen. Das heisst leider auch viel Büroarbeit, was mich im Moment noch etwas stört und mir der Kontakt mit den Menschen etwas fehlt.
Natürlich planen wir diese Versammlungen nicht nur, sondern führen sie dann auch aus. Das Heisst ich war bis jetzt jedes Wochenende auf einer anderen Versammlung in einer anderen Stadt unterwegs, was aber nicht heisst, dass ich diese Stadt jetzt kenne, sondern nur, dass ich dort eine Versammlung hatte.

Mein Arbeitsplatz - die Bischofskoferenz


Eine Jugendbegegnung in Santo Domingo


Fortsetzung folgt bald...versprochen..

Information für interessierte zukünftige Freiwillige

Hallo liebe Ich-will-das-Jahr-meines-Lebens-Interessierten,

ich habe eine gute Nachricht. Das Referat Weltkirche, über das ich und noch 4 andere Freiwillige dieses Jahr nach Ecuador und Brasilien ausgereist sind, hat jetzt eine niegelnagelneue Webside nur für den Freiwilligendienst. Dort findet ihr Informationen zur Bewerbung, zu den Stellen und auch zu uns aktuellen Freiwilligen sowie unsere Zwischenberichte (alle 3 Monate).
Ab dem nächsten Jahr hat das Referat Weltkirche in Zusammenarbeit mit dem Projekt "weltwärts" dann auch noch zusätzlich zu den Ländern Ecuador und Brasilien, Stellen in Argentinien. Ich kann euch nur sagen, wagt es, lasst euch auf eine solche Erfahrung ein und ihr werdet wachsen und Erfahrungen machen, die ihr nie wieder vergesst.

Samstag, 19. September 2009

Third-World-Oktoberfest

Was soll ich sagen... Hier in Quito gibt es immer wieder einen Grund, dass einem die Spucke wegbleibt.
Nächsten Samstag gehe ich mit meinen Gastschwestern auf das "Oktoberfest" der Universidad San Franzisco de Quito. Dort gibt es Würscht'l, Brez'n und bayrisches Bier. Für Unterhaltung sorgt die Band "Sturzboch-Musi", die direkt aus Bayern eingeflogen wird und wer die schönste Tracht trägt (das sind hier ja nicht so viele), bekommt einen Preis. Ich wusste ich könnte mein Dirndl zu irgendwas gebrauchen...schade, dass ich es daheim gelassen hab.
Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie mein Gesicht ausgesehen hat, als ich das gesehen hab! Meine Gastschwestern nennen das, das Third-World-Oktoberfest - ich nenne es Globalisierung!

Ihr denkt das ist ein Scherz? Dann seht selbst:


Donnerstag, 17. September 2009

Flores por mi cumpleanios - die Geschichte

Die Doris hat uns immer gesagt, dass wir die kleinen Anekdoten, die uns so wiederfahren zum Besten geben sollen. Heute hab ich auch was für euch, damit ihr was zu lachen habt =)

Folgendes ist passiert...
Mein Handy klingelt und es ist ein sehr lauter, sehr schnell sprechender Ecuadorianer dran. Ich bin natürlich erst mal verwirrt und denke, er hat sich vielleicht einfach nur verwählt.
Das Problem ist, ich verstehe kein Wort, da 1. die Verbindung schlecht ist und 2. er redet, wie als müsste er den Weltrekort im Schnellreden brechen.
Doch dann fällt plötzlich der Name Familie Ubidia und dann auch noch Daniela Frey. Gut ich versuche es mit "Mas despacio, por favor!" (Langsamer!!!) - hilft nichts. Ich versuche es nocheinmal... Jetzt bekomme ich schon raus, das es wissen möchte wo ich wohne.
Ich habe keine Ahnung wer dieser Mann ist, warum sollte ich ihm sagen, wo ich wohne?!
Er frägt weiter.
Ich versuche heraus zu bekommen, warum er das wissen möchte und fange an wirklich zu verzweifeln! Leider reagiert er nicht auf meine Frage und fragt weiter, aber diesesmal ob den die Straße "Torcaza y José Maria Vargas" richtig sei?! Der weiß schon wo ich wohne, er will nur wissen wo das ist! Langsam wird mir dann das ganze Unheimlich und ich überlege vielleicht einfach aufzulegen, aber dann kommt das Stichwort "Yo tengo flores" (Ich habe Blumen).
Und dann weiß ich es: Meine Mama schickt mir Blumen zum Geburtstag! =)

Das Erklären den Weges war dann nicht mehr so schlimm, aber so einfach ist es dann doch nicht sich in einem fremden Land zurecht zu finden^^

Liebe Mami, lieber Papi, danke danke danke für die wunderschönen Blumen, das war eine wirkliche Überraschung zum Geburtstag!
...und sie haben mir ein weiteres Erlebnis beschehrt =)
Ich hab euch so lieb! <3



Freitag, 11. September 2009

Hoher Besuch aus München..

Diesen Freitag hatten wir Besuch vom Münchner Erzbischof Marx. Am letzten Tag seiner 11tägigen Rundreise durch Ecuador durften wir vier Freiwilligen ihn persönlich kennen lernen.
Erzbischof Marx hat in der Deutschen Gemeinde von Quito Sankt Michael einen Gottesdienst gehalten, in dem wir Vier ministrieren durften. Dabei durfte ich feststellen, das das Buch von unserem Erzbischof um einiges schwerer ist, als das was ich in St. Ulrich immer halten durfte. =)
Die Messe war sehr schön und die Predigt, in der es um Verantwortung für die Welt ging, hat mich sehr angesprochen.


Foto: (v.l.n.r.) Alexander Sitter, Manuel, Verena, Erzbischof Marx, ich und Johannes

Nach dem Gottestdienst gab es eine Diskussionsrunde in der Bischof Marx auf sehr kritische Fragen geantwortet hat. Es ging zum Beispiel um die Frau in der Kirche, wie man die Jugendlichen zurück in die Kirche bringen kann und die Kirche und Verhütung. Mich hat das sehr beeindruckt bzw. unser Erzbischof sehr beeindruckt. Die Antworten die er gegeben hat waren sehr gut überlegt und sehr intelligent. Ich denke er hat mir und einigen Anderen auch einen Anstups zum nachdenken gegeben.
Ich möchte einen kleinen Auszug davon geben, was ich noch sehr im Kopf habe.
Er meinte, dass wir uns nicht wundern brauchen, denn keiner ist mehr stolz das er katholisch ist, es ist uns eher peinlich und wenn jemand fragt, sagen wir: "Ja katholisch bin ich schon, aber der Papst und so...". Es sollte eher andersrum sein: "Was du nicht (katholisch)? Du wirkst aber sonst ganz vernünftig!"
Das ist was, was ich mir sicher noch länger merken werde =)



Danachgab es ein großes Buffet und gutes Essen, bis dann der Erzbischof zum Flughafen fahren musste um wieder zu euch nach München zu fliegen.
Für mich war es ein sehr interessantes Erlebnis, diesen sympatischen und interessanten Mann kennenzulernen.


=> Internetseite der Pfarrkirche St.Michael in Quito

=> Mehr Fotos

Ich lass mich sehen...

Hallo zusammen,
um euch meine Umgebung, meine Familie und meine Erlebnisse auch visuell ein bisschen näher zeigen zu können und dass ihr einen Eidruck davon bekommt, was ich hier eigendlich alles sehen darf, hab ich es jetzt endlich geschaft ein Fotoalbum im Internet einzurichten.
Also schaut euch die Fotos an, stellt bitte Fragen, wenn euch was interessiert und ansonsten...seid einfach nur neidisch =)

=> Fotos




Sonntag, 23. August 2009

Meine erste Woche ist vorbei...

Der Flug war wirklich verrückt. Es war scheinbar endlos Nacht – 14 Stunden Finsternis. Man bekommt sein Frühstück – es ist dunkel, es gibt Mittagessen – es ist immer noch dunkel. Bei der Landung in Guyaquil denke ich nur: „Jetzt bist du also wirklich da, du bist in Ecuador!“ Während dem Zwischenstop wird es dann auch endlich langsam hell. Das Wetter ist schön und es sind nur ein paar kleine Wölkchen am Himmel.

Der Landeanflug auf Quito ist der Hammer! Das Flugzeug schlängelt sich durch die Bergketten, die Aussicht ist atemberaubend und man fliegt ganz nah über die ganze Stadt, da der Flughafen genau im Zentrum liegt.

8:10 Uhr Ortszeit (Zuhause 15:00 Uhr) betrete ich dann endlich zum ersten Mal ecuadorianischen Boden und merke sofort das etwas nicht stimmt und fühle mich als würde der Boden schwanken – die Höhenluft =) Begrüßt werde ich von meiner Gastfamilie und einer bayerischen Flagge!

Das ist jetzt schon eine Woche her, die Familie Ubidia, bei der ich die Zeit während dem Sprachkurs wohne, ist einfach lieb und ich fühl mich hier total wohl und gut aufgehoben. Jeder Tag bringt neues und ist für mich aufregender als der Vorherige. Ich staune über die vielen verschiedenen Früchte, die Menschen, die Stadt, das Leben. Alles hat hier einen anderen Rhythmus. An der Ampel kann man von Früchten über Süßigkeiten und Telefonkarten alles kaufen, wenn im Auto kein Platz mehr ist, setzt man sich halt hinten auf den Pic-up, man muss winken wie ein Blöder, wenn man will das der Bus anhält und es ist ganz normal das ein gegrilltes Schwein aus einem Restaurant schaut, um Kunden anzulocken.

Ich war schon in Mindo (der Quito nächstgelegene Jungle). Dort hab ich Kolibries gesehen, Orchideen in freier Wildbahn, Schmetterlinge, die so groß waren wie meine gespreizte Hand und natürlich die unbeschreibliche Schönheit von dem Jungle selbst. Heute war ich in Otavallo, der für ihren Markt berühmten, Stadt der Otavallo-Indichinas. Man kann sich diese Farben gar nicht vorstellen, die Vielfältigkeit der Handwerkskunst und die Menschen.


Ich freue mich sehr hier zu sein und Quito ist wunderbar und voller Leben....und ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Ich bin gespannt was morgen passiert und freue mich auf mein Projekt, wobei es schon noch schön ist noch eine Ersatzmama zu haben.

Wenn ihr noch kein Ziel für den nächsten Urlaub habt, dann kommt zu mir nach Ecuador und schaut euch an, was ich sehen und erleben darf. Ihr würdet es nicht bereuen!

Montag, 3. August 2009

Münchner Kirchenradio

Seid heute bin ich im Onlineradio der Erzdiözese zu hören. Karsten Schmid vom Münchner Kirchenradio kam uns nämlich auf dem Vorbereitungsseminar letzte Woche besuchen und fragte mich so dies und das zu meinem Freiwilligendienst. Die Doris erklärt in dem Interview sehr gut wie denn die Zusammenhänge zwischen Ecuador und der Erdiözese. Also wenn ihr Lust habt hört doch einfach mal rein in das "Gespräch der Woche" (Dauer ca. 20 Minuten).

Link zum Vorartikel:
http://www.muenchner-kirchenradio.de/sendungen/Page000061.aspx

Link zum Interview:
http://www.muenchner-kirchenradio.de/media/media7631540.MP3


Montag, 27. Juli 2009

2. Vorseminar am Petersberg















Hallo, hallo zusammen! Langsam wird es wirklich ernst. Ich bin gerade auf dem zweiten Vorseminar für meinen Auslandsaufenthalt. Der Petersberg in Erdweg in der Nähe von Dachau bietet uns das richtige Ambiente um intensiv zu arbeiten. Das Thema dieser Woche ist vorallem das Annähern an die fremde Kultur aber auch die Rolle des Freiwilligen im Gastland. Aber natürlich geht es auch darum letzte Fragen zu klären und uns vorzubereiten. Wir Freiwiligen, das heißt die Désirée, die Verena, der Johannes, der Manuel und ich, werden natürlich wieder super von der Doris Bose vom Referat Weltkirche betreut.

Donnerstag, 9. Juli 2009

Benefizkonzert im Unterschleißheimer Jugendzentum


Unser spontanes Benefizkonzert im Gleis 1 war ein voller Erfolg. Tobi, Tobi, Matze und Marko haben mit Jazz, Funk, Rock und Oldies für super Stimmung gesorgt. Obwohl das Konzert erst zwei Tage vorher bekannt gegeben worden ist (Mundpropaganda funktioniert eben doch), waren viele begeisterte Leute da und haben unseren Freiwilligendienst tatkräftig unterstützt. Insgesamt sind für den Förderkreis vom Felix (geht für ein Jahr nach Südafrika) und von mir 453 € durch Eintritt und Spenden zusammengekommen.
Danke an alle die da waren, uns ermutigt und unterstützt haben und natürlich an unsere Band und das JUZ!

Sonntag, 5. Juli 2009

Pfarrfest St. Ulrich

Heute habe ich meine Projekte auf dem Pfarrfest von St. Ulrich in Unterschleißheim bei München vorgestellt und für meinen Förderkreis geworben.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Freiwilligendienst in Ecuador

Lieber Leser,
ich heiße Daniela Frey, bin 19 Jahre alt und habe gerade mein Fachabitur, Fachrichtung Sozialpädagogik, an der Fachoberschule Freising b. München absolviert.
Ich habe mich entschieden, nun das nächste Jahr Freiwilligendienst in einem Entwicklungsland zu leisten. Meine Wahl ist auf Ecuador in Lateinamerika gefallen. Dort werde ich ab dem 15. August 2009 in zwei Projekten mitleben, mitlernen, meine Erfahrungen und Ideen einbringen und einen Teil zum interkulturellen Austausch beitragen.
Dieser Blog soll unter anderem dazu dienen, alle Interessierten und Förderer des Projektes über meine Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten.