Mittwoch, 24. März 2010

Bayerische Nacht in Ecuador


Am 22. März wollten die Verena und ich unseren lieben Kollegen und auch unserer Erstatzfamilie einmal unsere Heimat ein bisschen näher bringen. Desshalb haben wir die "Deutsch-bayerische Nacht" veranstaltet. Das heisst wir standen erst einmal Stunden in der Küche um ein typisch bayerisches Essen mit allem drum und dran auf die Beine zu stellen und ich muss wirklich sagen: Unsere Mamas und Omas wären wirklich stolz auf uns gewesen! Es gab anbrodlte Semmeknedlscheibm, an Kartoffelsalot, Fleischpflanzl dazu an g´mischtn Salot und zum Nachtisch an Apfelstrudl mit Vanillesoss - und es war alles einfach sau guat! Na ja, eines der grössten Atraktionen für die Ecuadorianer war wohl, dass man Bier mit weisser Limo mischen kann und das dann wirklich gut schmeckt! Also Radler trinken sie jedenfalls seitdem öfers =) Zum Bier gibt es auch noch eine nette Geschichte. Und zwar waren die Verena und ich zum einkaufen in einem grossen Einkaufszentrum, wo am Wochenende immer die Hölle los ist. Na ja, jedenfalls standen wir mit unseren drei Six-Packs Bier an der Kasse als hinter uns der Pfarrer von der deutschen Gemeinde in Quito auftaucht und sagt: "Mei da sind ja die deutschen Mädels und stocken ihren Haushalt wieder ein bisschen auf, was?" Was für einen Eindruck wir da wohl wieder hinterlassen haben..Na ja, jedenfalls wurde es abend. Der Tisch war schön gedeckt - sogar in weiss blau, die bayerische Fahne hing an der Wand und giabige Musik von Haindling lief auch schon. Fürs Umziehen und schön herrichten waren natürlich weniger als fünf Minuten Zeit und die Ecuadorianer natürlich alle (!) ausnahmsweise mal pünktlich (wir hätten wohl einfach nicht so sehr drauf bestehen sollen). Beim Essen dann war es sehr still, woraus ich geschlussfolgert habe, dass es wohl allen sehr gut geschmeckt hat und auch an der Tatsache, das sich viele nochmal nachgenommen haben, können wir denke ich einen guten Schluss ziehen. Nach dem Essen gab es dann erst mal eine Powerpointpresentation von Verena und mir über Deutschland, Bayern, München und unser Zuhause. Es war schön und auch ein bisschen lustig zu sehen, wie interessiert sie Nachgefragt haben und wie überaus beeindruckt sie von unseren Schlössern, der Allianz Arena und der Wies´n waren. Auch das unsere Wiesnbedienungen 12 von diesen "gigantischen Gläsern" tragen können, war für sie ein kleines Weldwunder. Ich denke wir konnten ihnen mit den Bildern und Erzählungen einen kleinen Eindruck geben, aber richtig vorstellen können sie es sich glaube ich nicht. Dann gabs den Afelstrudel, der natürlich super gut ankam und ein paar kleine Spielchen. Zum Beispiel welchen Mann am Tisch am lägsten einen gefüllten Masskrug stämmen kann? Ich sags euch, da haben sie ganz schön geschwitzt, denn Stolz haben die Ecuadorianer..vorallem die Männer. Für die Frauen hatten wir "Brezenschnappen" ein bisschen abgeändert, also ohne Brezen und dafür mit Ringen. Aber an der Gaudi hat das nichts geändert. Die Gewinner haben Kinderschokolade bekommen und als kleine Mitgift als Erinnerung hat jeder ein kleines bayerisches Halstuch bekommen.
Es war ein toller Abend mit viel Lachen und guter Stimmung. Die Verena und ich waren stolz auf uns und ich hab mich teilweise wie dahoam gefühlt. Aber einig waren wir uns dann doch, dass die Stimmung von Kartoffelsalat und Radler im bayerischen Sommer bei der Oma im Garten einfach nicht nachzustellen ist und wir uns darauf schon wieder freuen.
Liebe Grüsse aus Quito - Eure Daniela

Noch was zum Schluss: Weitere Bilder gibts natürlich auch wieder auf picasaweb!



Mittwoch, 3. März 2010

" Oh, die sind ja echt! "

Foto aus dem Bus

Hier in Ecuador kann man eigentlich alles aufs Autodach schnallen- egal ob lebendig oder nicht ...sogar Schafe.
Verenas Kommentar: "Oh, die sind ja echt!"

Liebe Grüsse nach Deutschland =)


Reflektieren, Nachdenken und Austauschen - Das Zwischenseminar

Vom 22. bis 26. Februar 2010 war ich mit der Verana, dem Johannes, dem Manuel und noch 18 anderen deutschen Freiwilligen, die hier im Land arbeiten auf dem Zwischenseminar in Baños.
Eines der coolesten Dinge gleich zu anfang, war einfach das Wiedersehen mit der Doris, die aus Deutschland gekommen ist, um zusammen mit dem Alex das Seminar zu leiten! Der Drücker von der Doris war aber auch dirngend nötig, da uns auf der Hinfahrt nach Baños Verenas Reiserucksack geklaut wurde..aber sie hat es wirklich ganz gut weggesteckt =(.
Gewohnt haben wir ein bisschen ausserhalb von Baños in der Casa Espiritualidad mit direktem Blick auf den Vulkan Tunguraua, der im Moment recht aktiv ist und immer mal wieder riesige Aschewolken ausspuckt. Insgesammt war die Woche wirklich schön und wir haben auch einige Themen bearbeitet. Am Montag war natürlich erst mal Ankommen und Kennenlernen angesagt. Am Dienstag ging es dann vorallem um den Austausch und wie jeder Einzelne von uns das Leben in Ecuador und die Eigenheiten der Ecuadoreaner so erlebt. Sich einfach in kleinen Gruppen über seine Gedanken und auch Probleme des Nachvollziehens auszutauschen war wirklich sehr intensiv und hat denke ich auch vielen der Teilnehmer wirklich geholfen, vorallem denen, die alleine in einem Projekt sind. Auch einfach über die Projekte und Arbeitsaufgaben der Freiwilligen zu erfahren, war für mich sehr interessant. Am Mittwoch Vormittag hatte ich ein sehr intensives Gespräch über das Thema etwas in diesem Land zu verändern. Es wurde viel darüber disskutiert, wie man sich in Deutschland weiter engagieren kann, ob man nicht hierbleiben muss, um wirklich etwas in Gang zu setzen und dass es gerade als Ausländer hier schwierig ist, etwas in den Köpfen zu verändern. Es scheint einfach manchmal so als würde sich hier nichts verändern, wie zum Beispiel die Rechte der Frau, aber am Schluss dieses Gesprächs haben wir alle etwas verstanden: Die Welt verändert sich in kleinen Schritten, aber sie verändert sich und wir müssen dafür hier einfach ein bisschen mehr Geduld aufbringen.
Mittwoch Nachmittag ging es dann gleich Tiefgründig weiter mit dem Thema Abschied. Das war ganz schön häftig. Wir haben uns intensiv mit dem Gedanken Abschied von Ecuador, von unseren Freunden und unserem Projekt zu nehmen auseinander gesetzt und wie wir uns diesen Abschied vorstellen können. Auch das wieder nach Hause kommen, sich wieder in Deutschland eingliedern und wieder in dieser ganz anderen Welt zu leben war ein Teilaspekt dieses Nachmittags. Die Athmosphäre in der wir uns gegenseitig das perfekte Heimkommen erzählt haben, war wirklich schön und es gab nicht eine Minute in der jemand nicht aufmerksam war. Mir ist dabei sehr deutlich geworden, wie kurz die Zeit, die mir hier verbleibt eigentlich nur noch ist und ich einfach die letzten fünf Monate noch mit ganzem Herzen geniessen möchte, dass ich mich aber auch schon wieder sehr auf zuhause freue.
Am Donnerstag hatten wir einen Baños-Tag. Es ging los in der früh um 6 Uhr mit einem Besuch in einer Therme mit heissem Vulkanwasser, danach Frühstück (das war immer sooo lecker!) und ein bisschen Freizeit. Am Nachmittag haben wir dann eine kleine Wanderung durch den schönen Nebelwald und Seilbahnfahrt über die Schlucht gemacht, die mir nicht ganz so gut bekommen ist, da ich zu blöd war, aus der Gondel auszusteigen. Am Abend hatten wir dann noch ein schönes Abschiedsessen beim Franzonsen im Ort, was wirklich lecker war. Am Freitag war es dann auch schon wieder soweit, dass jeder seine eigenen Wege geht.
Mir hat die Woche wirklich viel Spass gemacht und ich habe die Zeit sehr genossen.

Montag, 1. März 2010

Trauriges Ereignis

vom 24. Februar 2010
Busunglück in Ecuador

Quito/Oldenburg. Zwei Studentinnen aus Oldenburg sind bei einem Busunglück im südamerikanischen Staat Ecuador ums Leben gekommen. Wie ein Polizeisprecher der Stadt Santo Domingo weiter mitteilte, wurden bei dem Verkehrsunfall am vergangenen Wochenende insgesamt neun Menschen getötet. Die beiden 19-Jährigen aus Oldenburg hatten in dem Land für eine Hilfsorganisation gearbeitet. Sie waren nach den Behördenangaben auf dem Rückweg von einer Reise in den Norden Ecuadors, als sich das Unglück bei Santo Domingo ereignete. (dpa/abendblatt.de)