Montag, 11. Januar 2010

Proyecto ARTE-INTERCAMBIO

Letzte Woche haben wir, also wir Freiwilligen, die Sozialarbeiter im Centro und ein amerikanischer Student, ein Kunstprojekt in der benachbarten Grundschule durchgeführt.

Die Kinder sollten malen und schreiben, was sie mit ihrer Familie, ihrem Zuhause, ihrer Kultur und ihrem Land verbinden. Das selbe Projekt wurde auch an einer Grundschule in den USA gemacht, wodurch die ecuadorianischen Kinder schon mal einen Eindruck von dem Leben der Kinder in Amerika gewinnen konnten. Die Bilder und Briefe, die in diesen Tagen von den Kindern hier gemalt werden, kommen dann wiederum den amerikanischen Kindern zu. Somit entsteht ein interkultureller Austausch zwischen den Heranwachsenden. Die ecuadorianischen Kinder, denen es oft nicht bewusst ist, wieviele andere Länder es auf der Welt noch gibt, setzten sich besonders intensiv damit auseinander, was sie den Anderen von sich mitteilen können.

Als wir "Weißen" das erste Mal die Schule betraten, haben uns die Kinder fast umgerannt. Wir wurden gleich umarmt, an der Hand genommen und sie wollten uns gar nicht mehr gehen lassen. Das war nicht mehr lustig, als die Kinder zu zwanzigst an mir dran hingen und mit aller Kraft an mir festhielten, sodass ich fast nicht mehr nach Hause gekommen wäre. Erst nach kräftiger Überzeugungsarbeit und dem Versprechen, dass ich morgen bestimmt wiederkomme, haben sie mich dann doch gehen lassen.

Die Arbeit mit den Kindern macht einfach super viel Spaß und es beeindruckt mich sehr, wie schnell sie Vertrauen in uns Fremde hatten. Auch waren sie sehr interessiert wo wir herkommen, auch wenn für sie Deutschland in den USA liegt und es erst längere Erklärungen brauchte um ihnen klar zu machen, dass Europa ebenfalls ein Teil der Erde ist. Ich bin gespannt auf die kommende Woche in dem wir das Projekt noch in weiteren Klassen durchführen wollen und verbleibe wie immer mit den schönsten Grüßen aus Quito.



Samstag, 2. Januar 2010

Silvester am Strand
















Der Silvesterabend verlief ein bisschen anders wie zuhause in Deutschland. Hier in Ecuador ist es Tradition die Tage vor Silvester in der Familie das „Ano viejo“, also das alte Jahr, zu basteln. Das alte Jahr ist eine Figur aus Papmache, Mensch oder Tier, in das am 31. Dezember alle Familienmitglieder die schlechten Momente und Taten des alten Jahres kleben. Um Mitternacht wird diese Figur dann angezündet und schafft quasi wieder Platz für schöne Momente im neuen Jahr. Das ist in manchen Fällen ganz schön schade, weil diese Figuren teilweise richtige Kunstwerke sind, wie der große Frosch von unserem Hostal. Dort haben wir auch ein kleines Fest mit Silvestermahl und vielen interessanten Menschen aus aller Welt gefeiert. Und nach 12 Uhr noch an den Strand zu gehen und seinen Gedanken für das neue Jahr nachzuhängen war auch eine schöne Erfahrung.

Somit hatten wir dieses Jahr zwar kein Feuerwerk und auch keinen Sekt zum anstoßen, aber dafür weißen Sand unter den Füßen und die Gewissheit, dass das kommende Jahr noch jede Menge in Ecuador zu entdecken ist.