Samstag, 22. Mai 2010

Englisch - gar nicht so leicht..


Hallo meine lieben Leser,

nach einigen Wochen Schreibpause melde ich mich mal wieder zurück. Heute möchte ich ein bisschen über meine beiden Englischkurse hier im Centro Leonidas Proaño erzählen. Jeden Samstag habe ich jeweils vormittags und nachmittags eine kleine Gruppe von 12 Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren die mit mir zusammen Englisch lernen. Die Kinder hier haben zwar alle schon ab der 1. Klasse Englischunterricht, machen aber meist nur Grammatik und lernen die Aussprache der Wörter nicht richtig. Ein Grund dafür ist sicher auch die meist schlechte Ausbildung der Lehrer, die oft selbst grosse Schwierigkeiten mit der Aussprache haben.
In den Kursen lernen wir meist mit Spielen, Liedern oder gebastelten Materialen die Grundvokabeln, wie Farben, Zahlen, Verben und so weiter. Die Kleinen lernen wirklich schnell und es macht mir grossen Spass mit ihnen zu arbeiten. Vorallem, dass die Kinder gerne kommen und wirklich mit Spass dabei sind, bereitet mir immer besonders viel Freude und ermutigt mich.
Am Anfang habe ich mir recht schwer getan, Materialien herzustellen für einen spielerischen Unterricht, aber inzwischen ist das kein Problem mehr. Ich habe also jetzt durchaus eine beträchtliche Sammlung von Arbeitsblättern und Spielen für Kinder, wenn also Interesse von anderen Freiwilligen besteht, dann schreibt mir doch einfach eine Mail undich gebe euch die Sachen gerne weiter.
So das war es für heute...liebe Grüsse
Eure Daniela

Samstag, 24. April 2010

Hochzeitszeit

Hallo meine lieben Leser,

ich melde mich mal wieder zu Wort. Heute durfte ich eine ecuadorianische Hochzeit miterleben, da sich Dario und Gabi das Ja-Wort gegeben haben. Wie aufgeregt das ganze Centro Tage vorher schon war.. vorallem die Frauen. Was zieh ich an? Ich brauch umbedingt noch Schuhe! Und so weiter... =)
Aber heute war es dann endlich so weit. Um 14:30Uhr (viel zu spät) sind die Verena, der Jose und ich an der Kirche angekommen. Ich hatte schon Panik, dass wir keinen Platz mehr bekommen, aber siehe da - die Kirche ist geschlossen und keiner da. Haben wir uns etwa in der Kirche geirrt? Aber nein, da kommt der Bräutigamm dahergeschlendert und sagt:"Oh, ihr seid die ersten." Na ja, in Ecuador kommt man eben auch zu Hochzeiten nicht pünktlich. Eine Stunde später, war die Kirche dann gefüllt und die wirklich wunderschöne Gabi mit dem Papa. Und es war einfach soooo romantisch! Ein sehr schöner Gottesdienst! Danach gab es dann erst mal ein stundenlanges Fotoshooting, denn jeder, wirklich jeder wollte sich mit dem Brautpaar fotographieren lassen. Dann ging es los zu einem kleinen Restaurant zum feiern. Dort wurde erst mal gratuliert und beschenkt und natürlich gab es noch eine Ansprache von den Eltern und dem Brautpaar. Ich dachte ja eigentlich, dass der nächste Programmpunkt dann das Essen sein würde, was auch dringend nötig gewesen wäre. Ich hab mich nähmlich mit nichts essen den ganzen Tag auf das grosse Fressen in der Nacht vorbereitet, aber nichts wars... um 10 Uhr!!!! gab es essen. Davor wurde viel getanzt und natürlich auch jede Menge getrunken, wie das hier üblich ist. Als Essen gab es für jeden einen Saft und einen Teller mit Reis, Fleisch und Salat. Und zum Nachtisch natürlich die in pink und orange gehaltene Hochzeitstorte. Man hatten wir einen Hunger =) Dann wurde mir klar, warum es das Essen so spät gibt - das Essen war vorbei und fast die Hälfte der Leute hat sich verabschiedet. Das hat aber der Stimmung nicht geschadet. Es wurde weiter getanzt und getrunken. Dann gab es eine Liveperformance der Musikgruppe von Darios Bruder und natürlich auch von seiner eigenen Gruppe "Solo Pueblo". Da der Sänger leider schon ein bisschen zuviel Wiskey getrunken hatte, waren die Töne nicht immer ganz getroffen. Insgesammt wurde die Stimmung immer angetrunkener. Na ja, wir haben einfach weiter getanzt, gefeiert und die Stimmung genossen bis um 12 Uhr alle nach Hause gegangen sind. Es war eine wiklich schöne Hochzeit, aber es gab leider keine besonderen Bräuche. Als wir nachgefragt haben, wurde uns gesagt, dass normalerweise, die amerikanischen Bräuche übernommen werden, aber das Hochzeitspaar das nicht wollte.
Für mich war es sehr besonders an einem so wichtigen Augenblick von Dario und Gabi teilhaben zu dürfen und werde sicher immer mit viel Freude daran zurückdenken.

Dienstag, 6. April 2010

Semana Santa y la pascua

Hallo liebe Daheimgebliebenen,
erst mal möchte ich euch allen ganz frohe Ostern wünschen! Ich hoffe ihr hattet schöne erholsame Feiertage mit Familie und Freunden und hoffentlich auch mit ein bisschen Sonnenschein.
Meine Osterfeiertage waren auch recht schön und sehr erlebnisreich. Als erstes in den Festlichkeiten kam wohl das "Fanesca" essen am Gründonnerstag. Die Fanesca ist eine Art Eintopf aus 14 Getreide und Maissorten zubereitet und das traditionelle Gericht zu Ostern. Die meisten Körner die da reinkommen kennen wir in Deutschland nicht einmal, so wie Chocho oder Melloco. Mir hat es jedenfalls recht gut geschmeckt, auch wenn man nicht mehr als einen Teller essen kann, weil es einfach zu mächtig ist. Dazu gibt es dann fritierte Bananen und Backerbsen in gross und zum Nachtisch Milchreis und eingelegte Feigen. Der grösste Spass war allerdings eher das Vorbereiten der Zutaten am Tag vorher. Habt ihr schon mal Maiskörner geschählt? Ich schon! Auch wenn ich den Sinn dahinter immer noch nicht ganz verstehe, war die Schlacht mit dem Jose nachdem schälen mit den Schalen ein ziemlicher Spass.. nur das putzen danach war nicht so der Hit =)Am Karfreitag waren die Verena und ich in der Altstadt bei der bekannten Prozession "de Jesus del gran poder". Diese Prozession war auf jedenfall ein Erlebnis, das wir so schnell nicht wieder vergessen. Ein ganz wichtiger Part dieses Spaktakels sind die Cucuruchos in ihren violetten gewändern. Es war eine eigenartige Stimmung in den Strassen vom Centro Historico von Quito. Ein Schauplatz von Menschen, die einen Leidensweg gehen wollen, wie Jesus. In der prozession wechseln sich "normale Menschen", Blaskapellen und Gruppen von Cucuruchos ab. Diese Gruppen lassen mir jedesmal einen richtigen Schauer über den Rücken laufen. Viele von den vermummten Büssern laufen den ganzen Weg Barfuss oder mit einem Stück Karton mit Klebeband an den Füssen. Viele haben Jesusstatuen in der Hand und einige Männer religiöse Parolen auf den nackten Oberkörper geschrieben. Jede 20 Meter kommt ein Mann als Jesus verkleidet mit einem Kreuz auf dem Buckel, manche kleiner, manche halbe Maibäume. Zwischendrinnen kommen junge Männer die sich selbst geiseln - indem sie sich Brennesselbüschel oder Seile mit Knoten immer wieder auf den Rücken schlagen, mit Ketten an den Füssen laufen, den ganzen Weg einen Querbalken, an den die Arme festgebunden sind, auf den Schultern tragen oder sich den Oberkörper mit Stacheldraht einbinden. Da war ein Junge, so alt wie ich, wenn nicht noch jünger, dessen Rücken schon ganz offen war, wegen dem Seil, mit dem er sich geschlagen hat. Ich frage mich immer wieder, was diesen Jungen dazu bringt das zu tun? Es war eine gruselige Stimmung und ich hätte gerne die Gedanken der Selbstgeiseler gehört, um zu wissen was sie dazu bewegt.


Am Karsamstag hatten wir eine grosse Aktion der Jugend im Süden von Quito - die Caminata al Cinto, eine Wanderung zu einer kleinen Kapelle auf einem der umliegenden Berge. Das war wirklich schön und auch ganz schön anstrengend. Zwei Stunden berauf und wir waren angekommen und hatten einen wunderschönen Blick auf pure grüne Landschaft. Aber was einfach gefehlt hat, war das gute Schwarzbrot und der Tee wie beim Karmelkreuzweg. Der Jugendgottesdienst mit andiner Band und 300 Jugendlichen war sehr schön und hat uns auch ein bisschen mehr auf Ostern eingestimmt. Der Absieg war dann nicht mehr so schlimm, ausser das wir ein bisschen improvisieren mussten, weil wir uns verlaufen hatten. Aber wer mag nicht ein bisschen Abenteuer?!
Am Sonntag haben die Verena und ich uns mal wieder in der deutschen Gemeinde blicken lassen und einen sehr schönen Ostersonntagsgottestdienst erlebt. Auch das Osterfrühstück, bei dem wir dem Jose erst mal erklären mussten, warum wir einen Teller Gras mit Eiern drauf auf dem Tisch stehen haben, durfte natürlich nicht fehlen. Später wurde dann Kuchen gebacken und am Nachmittag dann auch mit ein paar lieben Freunden gegessen. Es war kein typisches Ostern, aber ein sehr schöner und gemütlicher Sonntag mit schönen Stunden.
Trotzdem habe ich St. Ulrich, den Karmelkreuzweg, das Osterkerzenbasteln mit meinem Opa, den Frühlingsstrauss von meiner Mama und natürlich meine Familie vermisst, aber bin auch froh Ostern einmal ganz anders erlebt zu haben.

Liebe Grüsse nach Hause - Eure Daniela

Mehr Fotos gibts bald in Picasa zu sehen!

Mittwoch, 24. März 2010

Bayerische Nacht in Ecuador


Am 22. März wollten die Verena und ich unseren lieben Kollegen und auch unserer Erstatzfamilie einmal unsere Heimat ein bisschen näher bringen. Desshalb haben wir die "Deutsch-bayerische Nacht" veranstaltet. Das heisst wir standen erst einmal Stunden in der Küche um ein typisch bayerisches Essen mit allem drum und dran auf die Beine zu stellen und ich muss wirklich sagen: Unsere Mamas und Omas wären wirklich stolz auf uns gewesen! Es gab anbrodlte Semmeknedlscheibm, an Kartoffelsalot, Fleischpflanzl dazu an g´mischtn Salot und zum Nachtisch an Apfelstrudl mit Vanillesoss - und es war alles einfach sau guat! Na ja, eines der grössten Atraktionen für die Ecuadorianer war wohl, dass man Bier mit weisser Limo mischen kann und das dann wirklich gut schmeckt! Also Radler trinken sie jedenfalls seitdem öfers =) Zum Bier gibt es auch noch eine nette Geschichte. Und zwar waren die Verena und ich zum einkaufen in einem grossen Einkaufszentrum, wo am Wochenende immer die Hölle los ist. Na ja, jedenfalls standen wir mit unseren drei Six-Packs Bier an der Kasse als hinter uns der Pfarrer von der deutschen Gemeinde in Quito auftaucht und sagt: "Mei da sind ja die deutschen Mädels und stocken ihren Haushalt wieder ein bisschen auf, was?" Was für einen Eindruck wir da wohl wieder hinterlassen haben..Na ja, jedenfalls wurde es abend. Der Tisch war schön gedeckt - sogar in weiss blau, die bayerische Fahne hing an der Wand und giabige Musik von Haindling lief auch schon. Fürs Umziehen und schön herrichten waren natürlich weniger als fünf Minuten Zeit und die Ecuadorianer natürlich alle (!) ausnahmsweise mal pünktlich (wir hätten wohl einfach nicht so sehr drauf bestehen sollen). Beim Essen dann war es sehr still, woraus ich geschlussfolgert habe, dass es wohl allen sehr gut geschmeckt hat und auch an der Tatsache, das sich viele nochmal nachgenommen haben, können wir denke ich einen guten Schluss ziehen. Nach dem Essen gab es dann erst mal eine Powerpointpresentation von Verena und mir über Deutschland, Bayern, München und unser Zuhause. Es war schön und auch ein bisschen lustig zu sehen, wie interessiert sie Nachgefragt haben und wie überaus beeindruckt sie von unseren Schlössern, der Allianz Arena und der Wies´n waren. Auch das unsere Wiesnbedienungen 12 von diesen "gigantischen Gläsern" tragen können, war für sie ein kleines Weldwunder. Ich denke wir konnten ihnen mit den Bildern und Erzählungen einen kleinen Eindruck geben, aber richtig vorstellen können sie es sich glaube ich nicht. Dann gabs den Afelstrudel, der natürlich super gut ankam und ein paar kleine Spielchen. Zum Beispiel welchen Mann am Tisch am lägsten einen gefüllten Masskrug stämmen kann? Ich sags euch, da haben sie ganz schön geschwitzt, denn Stolz haben die Ecuadorianer..vorallem die Männer. Für die Frauen hatten wir "Brezenschnappen" ein bisschen abgeändert, also ohne Brezen und dafür mit Ringen. Aber an der Gaudi hat das nichts geändert. Die Gewinner haben Kinderschokolade bekommen und als kleine Mitgift als Erinnerung hat jeder ein kleines bayerisches Halstuch bekommen.
Es war ein toller Abend mit viel Lachen und guter Stimmung. Die Verena und ich waren stolz auf uns und ich hab mich teilweise wie dahoam gefühlt. Aber einig waren wir uns dann doch, dass die Stimmung von Kartoffelsalat und Radler im bayerischen Sommer bei der Oma im Garten einfach nicht nachzustellen ist und wir uns darauf schon wieder freuen.
Liebe Grüsse aus Quito - Eure Daniela

Noch was zum Schluss: Weitere Bilder gibts natürlich auch wieder auf picasaweb!



Mittwoch, 3. März 2010

" Oh, die sind ja echt! "

Foto aus dem Bus

Hier in Ecuador kann man eigentlich alles aufs Autodach schnallen- egal ob lebendig oder nicht ...sogar Schafe.
Verenas Kommentar: "Oh, die sind ja echt!"

Liebe Grüsse nach Deutschland =)


Reflektieren, Nachdenken und Austauschen - Das Zwischenseminar

Vom 22. bis 26. Februar 2010 war ich mit der Verana, dem Johannes, dem Manuel und noch 18 anderen deutschen Freiwilligen, die hier im Land arbeiten auf dem Zwischenseminar in Baños.
Eines der coolesten Dinge gleich zu anfang, war einfach das Wiedersehen mit der Doris, die aus Deutschland gekommen ist, um zusammen mit dem Alex das Seminar zu leiten! Der Drücker von der Doris war aber auch dirngend nötig, da uns auf der Hinfahrt nach Baños Verenas Reiserucksack geklaut wurde..aber sie hat es wirklich ganz gut weggesteckt =(.
Gewohnt haben wir ein bisschen ausserhalb von Baños in der Casa Espiritualidad mit direktem Blick auf den Vulkan Tunguraua, der im Moment recht aktiv ist und immer mal wieder riesige Aschewolken ausspuckt. Insgesammt war die Woche wirklich schön und wir haben auch einige Themen bearbeitet. Am Montag war natürlich erst mal Ankommen und Kennenlernen angesagt. Am Dienstag ging es dann vorallem um den Austausch und wie jeder Einzelne von uns das Leben in Ecuador und die Eigenheiten der Ecuadoreaner so erlebt. Sich einfach in kleinen Gruppen über seine Gedanken und auch Probleme des Nachvollziehens auszutauschen war wirklich sehr intensiv und hat denke ich auch vielen der Teilnehmer wirklich geholfen, vorallem denen, die alleine in einem Projekt sind. Auch einfach über die Projekte und Arbeitsaufgaben der Freiwilligen zu erfahren, war für mich sehr interessant. Am Mittwoch Vormittag hatte ich ein sehr intensives Gespräch über das Thema etwas in diesem Land zu verändern. Es wurde viel darüber disskutiert, wie man sich in Deutschland weiter engagieren kann, ob man nicht hierbleiben muss, um wirklich etwas in Gang zu setzen und dass es gerade als Ausländer hier schwierig ist, etwas in den Köpfen zu verändern. Es scheint einfach manchmal so als würde sich hier nichts verändern, wie zum Beispiel die Rechte der Frau, aber am Schluss dieses Gesprächs haben wir alle etwas verstanden: Die Welt verändert sich in kleinen Schritten, aber sie verändert sich und wir müssen dafür hier einfach ein bisschen mehr Geduld aufbringen.
Mittwoch Nachmittag ging es dann gleich Tiefgründig weiter mit dem Thema Abschied. Das war ganz schön häftig. Wir haben uns intensiv mit dem Gedanken Abschied von Ecuador, von unseren Freunden und unserem Projekt zu nehmen auseinander gesetzt und wie wir uns diesen Abschied vorstellen können. Auch das wieder nach Hause kommen, sich wieder in Deutschland eingliedern und wieder in dieser ganz anderen Welt zu leben war ein Teilaspekt dieses Nachmittags. Die Athmosphäre in der wir uns gegenseitig das perfekte Heimkommen erzählt haben, war wirklich schön und es gab nicht eine Minute in der jemand nicht aufmerksam war. Mir ist dabei sehr deutlich geworden, wie kurz die Zeit, die mir hier verbleibt eigentlich nur noch ist und ich einfach die letzten fünf Monate noch mit ganzem Herzen geniessen möchte, dass ich mich aber auch schon wieder sehr auf zuhause freue.
Am Donnerstag hatten wir einen Baños-Tag. Es ging los in der früh um 6 Uhr mit einem Besuch in einer Therme mit heissem Vulkanwasser, danach Frühstück (das war immer sooo lecker!) und ein bisschen Freizeit. Am Nachmittag haben wir dann eine kleine Wanderung durch den schönen Nebelwald und Seilbahnfahrt über die Schlucht gemacht, die mir nicht ganz so gut bekommen ist, da ich zu blöd war, aus der Gondel auszusteigen. Am Abend hatten wir dann noch ein schönes Abschiedsessen beim Franzonsen im Ort, was wirklich lecker war. Am Freitag war es dann auch schon wieder soweit, dass jeder seine eigenen Wege geht.
Mir hat die Woche wirklich viel Spass gemacht und ich habe die Zeit sehr genossen.

Montag, 1. März 2010

Trauriges Ereignis

vom 24. Februar 2010
Busunglück in Ecuador

Quito/Oldenburg. Zwei Studentinnen aus Oldenburg sind bei einem Busunglück im südamerikanischen Staat Ecuador ums Leben gekommen. Wie ein Polizeisprecher der Stadt Santo Domingo weiter mitteilte, wurden bei dem Verkehrsunfall am vergangenen Wochenende insgesamt neun Menschen getötet. Die beiden 19-Jährigen aus Oldenburg hatten in dem Land für eine Hilfsorganisation gearbeitet. Sie waren nach den Behördenangaben auf dem Rückweg von einer Reise in den Norden Ecuadors, als sich das Unglück bei Santo Domingo ereignete. (dpa/abendblatt.de)


Montag, 15. Februar 2010

Carneval in Quito...nass wars!

Fasching... ja der war dieses Jahr auch ein bisschen anders. Verkleiden, schminken, zum Tanzen gehen - all das ist ausgefallen, stattdessen wars nass.
In Ecuador ist es zum Carneval Brauch sich gegenseitig nass zu spritzen. Dabei ist es absolut egal wer, wem und wo einen Kübel Wasser über den Kopf kippt. Alles ist erlaubt. Wasserbomben kamen aus dem nichts geflogen, Wasser wurde aus dem Fenster auf ahnungslose Passanten gegossen und Autos sind an dir vorbeigefahren, deren Insassen mit Wasserpistolen bewaffnet waren. Also eine einwöchige Riesenwasserschlacht! Und ehrlich gesagt, haben die Verena und ich das erste Mal wirklich bereut nicht ecuadorianisch auszusehen, denn wir waren dadurch der Magnet schlechthin und wirklich jeden Tag mindestens einmal nass.
Der Höhepunkt meines Carnevals war die Feier mit der JTC (Arbeiterjugend)auf dem wir erst gross miteinander gegrillt haben und uns danach in einen kleinen Wasserkrieg gestürtzt haben (aber natürlich nur mit Regenwasser zugunsten der Umwelt). Dabei gab es gerade für mich keine Gnade und ich wurde nicht nur das Opfer von Wasser, sondern auch von Eiern und Mehl...quasi ein Kuchen auf meinem Kopf! Wirklich ekelige Bräuche gibt es hier, aber es war ein riesen Spass mit viel gekreische =)
Leider hat mir aber das ständige nass sein nicht so gut getan und ich lag dann erst mal ein paar Tage krank im Bett, aber ich muss sagen, es hat sich auf jeden Fall gelohnt und wahnsinnig Spass gemacht!

Sonntag, 14. Februar 2010

Das zweite Halbjahr hat angefangen..

Hallo liebe Leute zuhause,

es hat sich viel getan im Süden von Quito seid ich das letzte mal geschrieben habe.Meine Eltern waren inzwischen für zwei Wochen zu Besuch und haben begeistert einen kleinen Teil Ecuadors kennen gelernt. Außerdem hat für mich die zweite Etappe meines Arbeitslebens angefangen, da ich in mein zweites Projekt gewechselt habe. Hier im Centro Leonidas Proaño konnte ich sofort voll in die Arbeit einsteigen, da ich die Abläufe und Arbeitsaufgaben schon vom ersten halben Jahr kannte. Ich bin sehr glücklich endlich jede Menge zu tun zu haben und meine Ideen und meine Kreativität voll einsetzten zu können.

Hier im Centro ist das Thema des Jahres „Ökologie“ und es gibt jede Menge Pläne dieses Thema im Süden von Quito zu behandeln. Am Freitag, den 12. Februar war zum Beispiel ein großes Musikfestival. Außerdem haben wir jeden letzten Freitag im Monat ein mobiles Kino mit Filmen zum Thema Umwelt. Es sind jedenfalls jede Menge Aktionen und Projekte für das kommende Jahr geplant und werden mich sicher bis Juli auf Trapp halten.

Besonders viel Spaß in meiner Arbeit hier im Centro macht mir die Arbeit mit Menschen, vor allem mit den Jugendlichen. Das Leben der Jugendlichen wirklich intensiv kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen, einen interkulturellen Austausch ermöglichen zu können, ist eines der Dinge, die mich hier wirklich täglich wachsen lassen. Eine Methode, der sich alle zwei Wochen treffenden Jugendgruppe hier im Centro, nennt sich „Revision de vida“. In dieser Methode erzählt einfach jeder in der Runde eine Situation aus der letzten Woche, die ihn sehr beschäftigt hat bzw. zum Nachdenken angeregt hat und seine Gedanken dazu. Ich finde diese Methode super interessant , einerseits um sich einfach mal die Zeit zu nehmen, sich mit seinem Leben auseinander zu setzen und sich Gedanken über die letzte Woche zu machen, aber auch intensiv am Leben der Anderen teilzuhaben und zuzuhören, welche Gedanken sich die anderen in meinem Alter so machen.

Was mir außerdem viel Spaß macht und wo ich sehr viel über Methoden lernen kann, sind kleine thematische Angebote für Klassen, zum Beispiel zum Thema Gruppenzusammenhalt, die Elena, eine Sozialarbeiterin im Centro, leitet. Der Computerkurs für die Mitarbeiter, den ich ins Leben gerufen habe, ist ein voller Erfolg und verlangt mir zwar immer ein bisschen mehr Geduld ab, ist aber auch ein wirklich schöner Bereich meiner Arbeit hier. So hat zum Beispiel die Elsa sehr grosse Schwierigkeiten zu verstehen, dass die Maus Kontakt mit dem Tisch braucht um zu funktionieren und der Pfeil auf dem Bildschirm sich nicht nach oben bewegt, wenn man die Maus hochhebt. Aber das kriegen wir auch noch hin - reine Übungssache =) Auch auf die Englischkurse für Kinder und Jugendliche, die jetzt dann starten, freue ich mich schon sehr und hoffe, dass ich die Sprache gut vermitteln kann. Ich habe jedenfalls schon jede Menge Ideen.

Neben der Arbeit mit Menschen, habe ich natürlich auch Arbeit am Computer zu erledigen, wie zum Beispiel die tägliche Eingabe der verbrauchten Lebensmittel in der Küche. Diese „trockenen“ Arbeitsaufgaben machen mir zwar nicht ganz so viel Spaß, müssen aber nun mal auch erledigt werden und geben mir auch Einblick in das Centro als Betrieb. Ausserdem habe ich einen wunderbaren Nebenjob als Babysitterin bekommen, da unsere Sekräterin das zweite Mal Mama geworden ist. Es können sich sicher alle denken, dass ich es in vollen Zügen geniesse auf den kleinen Ludovico aufzupassen.

Ich bin also schon voll in meinen neuen Aufgaben drinnen und freue mich sehr auf die nächste Zeit.




Freitag, 12. Februar 2010

Festival de Musica - Quito´s Süden rockt

Diesen Freitag Vormittag, den 12. Februar haben wir, das Centro Leonidas Proaño, ein großes Musikfestival mit Gruppen und Zuschauern der ansässigen Schulen veranstaltet, das mit um die 2000 Besucher, ein voller Erfolg war! Zu hören gab es lateinamerikanischen Salsa, allseitsbekannte Liebeslieder, traditionelle ecuadorianische Musik und auch ein paar kleine, aber feine Rock Klassiker. Auch die Tanzeinlagen von hüftschwingenden Chicos mit Rosen zwischen den Zähnen und traditionell gekleideten Indiginamädchen waren ein echter Hit.
Unser Anliegen dieses Festivals war es die Jugendlichen dazu aufzurufen etwas gegen die Umweltverschmutzung in Ecuador zu tun und sparsam mit Wasser umzugehen. Desshalb stand es auch unter dem Motto „Vocacion y Ecologia un llamado a la vida!“ was so viel bedeutet wie „Berufung und Ökologie ein Aufruf an das Leben!“. Durch Kundgebungen von Fakten über Umwelt und globale Erwärmung zwischen den einzelnen Auftritten haben wir denke ich einige der Schüler erreicht. Und doch war es unsere Aufgabe danach, all den Müll auf dem Gelände einzusammeln. Ich glaube, dass es schwer ist diese Mentalität, Müll einfach da fallen zu lassen wo man gerade steht, zu verändern. Als ich einen Jungen, der sein Eispapier einfach auf den Boden fallen gelassen hat, darauf aufmerksam gemacht habe, hat er nur zu mir gesagt: "Aber wir haben doch so viel schöne Natur hier in Ecuador...Das macht doch dem Regenwald nichts aus, wenn ich jetzt hier meinen Müll wegwerfe...". Ich glaube es ist ein sehr langer Weg, dieses Denken zu ändern, aber sehr sehr wichtig, das damit begonnen wird!
Für mich war das ein tolles Ereigniss, wo ich wieder einiges lernen konnte. Da viele meiner Freunde als freiwillige Helfer mitdabei waren und alle sich super verstanden haben, war die Atmosphäre einfach einmalig. Es hat einfach nur sehr sehr viel Spass gemacht ein Teil dieses Teams zu gewesen zu sein und so etwas mit auf die Beine gestellt zu haben!


Montag, 11. Januar 2010

Proyecto ARTE-INTERCAMBIO

Letzte Woche haben wir, also wir Freiwilligen, die Sozialarbeiter im Centro und ein amerikanischer Student, ein Kunstprojekt in der benachbarten Grundschule durchgeführt.

Die Kinder sollten malen und schreiben, was sie mit ihrer Familie, ihrem Zuhause, ihrer Kultur und ihrem Land verbinden. Das selbe Projekt wurde auch an einer Grundschule in den USA gemacht, wodurch die ecuadorianischen Kinder schon mal einen Eindruck von dem Leben der Kinder in Amerika gewinnen konnten. Die Bilder und Briefe, die in diesen Tagen von den Kindern hier gemalt werden, kommen dann wiederum den amerikanischen Kindern zu. Somit entsteht ein interkultureller Austausch zwischen den Heranwachsenden. Die ecuadorianischen Kinder, denen es oft nicht bewusst ist, wieviele andere Länder es auf der Welt noch gibt, setzten sich besonders intensiv damit auseinander, was sie den Anderen von sich mitteilen können.

Als wir "Weißen" das erste Mal die Schule betraten, haben uns die Kinder fast umgerannt. Wir wurden gleich umarmt, an der Hand genommen und sie wollten uns gar nicht mehr gehen lassen. Das war nicht mehr lustig, als die Kinder zu zwanzigst an mir dran hingen und mit aller Kraft an mir festhielten, sodass ich fast nicht mehr nach Hause gekommen wäre. Erst nach kräftiger Überzeugungsarbeit und dem Versprechen, dass ich morgen bestimmt wiederkomme, haben sie mich dann doch gehen lassen.

Die Arbeit mit den Kindern macht einfach super viel Spaß und es beeindruckt mich sehr, wie schnell sie Vertrauen in uns Fremde hatten. Auch waren sie sehr interessiert wo wir herkommen, auch wenn für sie Deutschland in den USA liegt und es erst längere Erklärungen brauchte um ihnen klar zu machen, dass Europa ebenfalls ein Teil der Erde ist. Ich bin gespannt auf die kommende Woche in dem wir das Projekt noch in weiteren Klassen durchführen wollen und verbleibe wie immer mit den schönsten Grüßen aus Quito.



Samstag, 2. Januar 2010

Silvester am Strand
















Der Silvesterabend verlief ein bisschen anders wie zuhause in Deutschland. Hier in Ecuador ist es Tradition die Tage vor Silvester in der Familie das „Ano viejo“, also das alte Jahr, zu basteln. Das alte Jahr ist eine Figur aus Papmache, Mensch oder Tier, in das am 31. Dezember alle Familienmitglieder die schlechten Momente und Taten des alten Jahres kleben. Um Mitternacht wird diese Figur dann angezündet und schafft quasi wieder Platz für schöne Momente im neuen Jahr. Das ist in manchen Fällen ganz schön schade, weil diese Figuren teilweise richtige Kunstwerke sind, wie der große Frosch von unserem Hostal. Dort haben wir auch ein kleines Fest mit Silvestermahl und vielen interessanten Menschen aus aller Welt gefeiert. Und nach 12 Uhr noch an den Strand zu gehen und seinen Gedanken für das neue Jahr nachzuhängen war auch eine schöne Erfahrung.

Somit hatten wir dieses Jahr zwar kein Feuerwerk und auch keinen Sekt zum anstoßen, aber dafür weißen Sand unter den Füßen und die Gewissheit, dass das kommende Jahr noch jede Menge in Ecuador zu entdecken ist.