Mittwoch, 3. März 2010

Reflektieren, Nachdenken und Austauschen - Das Zwischenseminar

Vom 22. bis 26. Februar 2010 war ich mit der Verana, dem Johannes, dem Manuel und noch 18 anderen deutschen Freiwilligen, die hier im Land arbeiten auf dem Zwischenseminar in Baños.
Eines der coolesten Dinge gleich zu anfang, war einfach das Wiedersehen mit der Doris, die aus Deutschland gekommen ist, um zusammen mit dem Alex das Seminar zu leiten! Der Drücker von der Doris war aber auch dirngend nötig, da uns auf der Hinfahrt nach Baños Verenas Reiserucksack geklaut wurde..aber sie hat es wirklich ganz gut weggesteckt =(.
Gewohnt haben wir ein bisschen ausserhalb von Baños in der Casa Espiritualidad mit direktem Blick auf den Vulkan Tunguraua, der im Moment recht aktiv ist und immer mal wieder riesige Aschewolken ausspuckt. Insgesammt war die Woche wirklich schön und wir haben auch einige Themen bearbeitet. Am Montag war natürlich erst mal Ankommen und Kennenlernen angesagt. Am Dienstag ging es dann vorallem um den Austausch und wie jeder Einzelne von uns das Leben in Ecuador und die Eigenheiten der Ecuadoreaner so erlebt. Sich einfach in kleinen Gruppen über seine Gedanken und auch Probleme des Nachvollziehens auszutauschen war wirklich sehr intensiv und hat denke ich auch vielen der Teilnehmer wirklich geholfen, vorallem denen, die alleine in einem Projekt sind. Auch einfach über die Projekte und Arbeitsaufgaben der Freiwilligen zu erfahren, war für mich sehr interessant. Am Mittwoch Vormittag hatte ich ein sehr intensives Gespräch über das Thema etwas in diesem Land zu verändern. Es wurde viel darüber disskutiert, wie man sich in Deutschland weiter engagieren kann, ob man nicht hierbleiben muss, um wirklich etwas in Gang zu setzen und dass es gerade als Ausländer hier schwierig ist, etwas in den Köpfen zu verändern. Es scheint einfach manchmal so als würde sich hier nichts verändern, wie zum Beispiel die Rechte der Frau, aber am Schluss dieses Gesprächs haben wir alle etwas verstanden: Die Welt verändert sich in kleinen Schritten, aber sie verändert sich und wir müssen dafür hier einfach ein bisschen mehr Geduld aufbringen.
Mittwoch Nachmittag ging es dann gleich Tiefgründig weiter mit dem Thema Abschied. Das war ganz schön häftig. Wir haben uns intensiv mit dem Gedanken Abschied von Ecuador, von unseren Freunden und unserem Projekt zu nehmen auseinander gesetzt und wie wir uns diesen Abschied vorstellen können. Auch das wieder nach Hause kommen, sich wieder in Deutschland eingliedern und wieder in dieser ganz anderen Welt zu leben war ein Teilaspekt dieses Nachmittags. Die Athmosphäre in der wir uns gegenseitig das perfekte Heimkommen erzählt haben, war wirklich schön und es gab nicht eine Minute in der jemand nicht aufmerksam war. Mir ist dabei sehr deutlich geworden, wie kurz die Zeit, die mir hier verbleibt eigentlich nur noch ist und ich einfach die letzten fünf Monate noch mit ganzem Herzen geniessen möchte, dass ich mich aber auch schon wieder sehr auf zuhause freue.
Am Donnerstag hatten wir einen Baños-Tag. Es ging los in der früh um 6 Uhr mit einem Besuch in einer Therme mit heissem Vulkanwasser, danach Frühstück (das war immer sooo lecker!) und ein bisschen Freizeit. Am Nachmittag haben wir dann eine kleine Wanderung durch den schönen Nebelwald und Seilbahnfahrt über die Schlucht gemacht, die mir nicht ganz so gut bekommen ist, da ich zu blöd war, aus der Gondel auszusteigen. Am Abend hatten wir dann noch ein schönes Abschiedsessen beim Franzonsen im Ort, was wirklich lecker war. Am Freitag war es dann auch schon wieder soweit, dass jeder seine eigenen Wege geht.
Mir hat die Woche wirklich viel Spass gemacht und ich habe die Zeit sehr genossen.

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